Khao Sok

Nachdem wir die äußerst kuschelige Dorfatmosphäre wieder verlassen hatten, ging auch der Stress wieder los. Um zum nächsten Busbahnhof zu kommen (an die 15 Km entfernt) mussten wir trampen.
In der Regel sind die Reisekosten in Thailand so gering, dass eigentlich niemand zu trampen braucht und so ist die Bereitschaft zwei fremde Blasshäute ins Auto zu laden auch recht dürftig.

Nach 20 Minuten mit erhobenem Daumen, in sengender Hitze, trafen wir einen Hilfsbereiten Samariter, der uns bis zur nächsten Bushalte mitnahm.


Highway to hell....


Dort angekommen liefen wir verwirrt von einem vermeintlichen Bushaltestop zum nächsten, denn in der Pampa ist natürlich nichts ausgeschildert! Dem Wahnsinn nahe, kam schließlich irgendwann ein Bus den wir mit heranwinken tatsächlich zum anhalten bringen konnten und uns dann einsackte.

Tickets werden üblicherweise direkt im Bus gekauft. Da kommt dann der nette Schaffner mit einer Art Kurbel zu dir, du sagst wohin es geht und bekommst prompt dein Ticket. (richtig Oldschool)
Nach einmaligem Umsteigen kamen wir schließlich am Eingang des Khao Sok Geländes an.
Gott, wie hab ich das vermisst, kaum den Bus verlassen, umschwirrten uns die Taxifahrer wie Bienen und versuchten uns, unsere zukünftige Unterkunft zu entlocken. Nachdem aufs Minimum herunter gehandelt wurde, ging es dann ab zum Art's View Jungle Lodge. Unser Zimmer war recht komfortabel und nette Nachbarn hatten wir auch.





Punkt 7 Uhr früh sind an die 20 Affen auf unserem Bungalow herumgeturnt. Der frühe Affe fängt eben die Banane. Auch das Hotelpersonal wies mittels Infozetteln daraufhin, beim Verlassen des Bungalows weder Fenster noch Türen offen zu lassen. Es könnte durchaus passieren, dass die Affen dich komplett abziehen, ohne Witz!

Ich musste beispielsweise jeden Morgen mein Handtuch suchen gehen, welches Caro zum trocknen auf die Veranda hing, freche Biester, diese Affen.

Am nächsten Tag beschlossen wir zum ersten Mal die Dienste eines Guides in Anspruch zu nehmen, schließlich hatten wir keine Ahnung, welch heimtückische Wege uns im Nationalpark erwarten würden, so stellte uns das Hotel Aham zur Seite. Preistechnisch waren wir in Thailand ja schon einiges gewöhnt, der Eintritt in den Nationalpark allerdings war an Frechheit kaum zu überbieten. 40 Baht für local people und für uns Ausländer 200 Baht. Natürlich sind 5 Euro nicht die Welt, aber es geht ums Prinzip, ums Prinzip.

Nachdem auch diskutieren nichts brachte, bezahlten wir die Zeche und so ging das Abenteuer los. Aham hat seinen Job als Guide mit bravour gemeistert und wusste auf jede Frage eine schnelle Antwort. Am meisten geflasht hat mich, als er uns erklärte, wie man sich am besten gegen angreifende Affen verteidigt. Affen greifen quasie stets im Rudel an, sie versuchen dir in die Fersen zu beißen um dich bewegungsunfähig zu machen. Verdammt schnelle Biester diese Affen, Ahams Wortlaut, nicht meiner.
Am besten wäre es, seiner professionellen Meinung nach, immer direkt das Leittier zu verdröschen. Am besten mit dem Schuh treten, die langen Reisszähne möchte niemand im Arm haben.
Wenn der König besiegt ist, flieht das Fußvolk. ( ist anscheinend überall das gleiche)
Um es allerdings gar nicht erst soweit kommen zu lassen, zeigte uns Aham sein Wundermittel im Bereich der Affenprävention.
Ein hightech Laserpointer.
Nachdem er uns über technische Besonderheiten aufklärte, wollte er den spröden Worten, Taten folgen lassen. Also schwupp, Laserpointer gezückt und dem nächsten Affen zielsicher in die Augen geleuchtet. (Beim zuschauen fiel mir besonders seine atemberaubende Präzision auf, mit der auch auch die kleinsten Äffchenaugen traf. Aham hatte definitiv Übung in diesem Fachgebiet.)
Als auch der letzte Affe sich weigerte unseren Weg zu kreuzen ging es tiefer in den Park hinein.




















Aham Affenschreck



















Khao Sok Nationalpark





Nach etwa einer Stunde gönnten wir uns eine Rast, nahe einer Badestelle. Wie das meist so nach dem Baden ist, hat man wenig Motivation für weitere, große Unternehmungen und vorallem auch keine, sich zu Unterhalten... also dankten wir Aham für seine Unterstützung und entließen ihn von seinen Diensten als Tourguide.




Von nun an ging es alleine weiter und was soll ich sagen... heißes Klima, after Badeerschöpfung und aufgebrauchte Wasserrationen..so kehrten wir schließlich nach wenigen Minuten wieder um und machten im nächsten "Rasthaus" erstmal ein Schläfchen.

Ehrlich gesagt lohnt sich ein Abstecher in diesen Park nicht wirklich. Alles was dort zu finden ist, erwartet euch ebenso in der freien Natur. Was nicht heißen soll, dass der Park nicht schön wäre, aber dafür, dass man x Familien von seinem Grund und Boden vertrieben hat, als man die Grenzen des Nationalparks festlegte, hätte ich mit mehr gerechnet.

Unser Fazit, Tourguides werden "meistens" überbewertet. Die "Trekkingroute" bestand aus einem breiten Weg, auf dem eine Kindergartengruppe in Linie hätte laufen können. Es hatte jedoch auch etwas positives: Ich bin nun gut gerüstet, Affen, nehmt euch in acht!

22.7.16 16:44

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